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Apfelernte im Herbst: Auf die Sorte kommt es an

„An apple a day, keeps the doctor away“, heisst es schon in einem alten englischen Sprichwort. Tatsächlich belegen zahlreiche Studien, dass der Konsum von Äpfeln (Malus domestica) für die Gesundheit förderlich ist. Besonders, wenn man sie roh zu sich nimmt.

Wertvolle Inhaltsstoffe

Neben dem Gehalt an Vitamin C und anderen Vitaminen sind es vor allem die in Äpfeln enthaltenen Polyphenole, die Äpfel so gesund machen. Den Polyphenolen wird nachgesagt, mit ihren antioxidativen Wirkungen sogenannte „freie Radikale“ unschädlich zu machen. Und diese sehr reaktiven Moleküle bringen Mediziner mit einer Reihe von Erkrankungen in Zusammenhang. Dazu zählen Entzündungen, Herz-, Kreislauferkrankungen bis hin zu Tumorerkrankungen.

Apfel

Inhaltsstoffe variieren je nach Apfelsorte

Doch Apfel ist nicht gleich Apfel, was seine Inhaltsstoffe betrifft. So sind Vitamingehalte wie auch die antioxidativen Eigenschaften der Äpfel je nach Sorte verschieden. Wie Michaele Schmitz-Eiberger und Kollegen in einer Untersuchung aus dem Jahr 2003 herausgefunden haben, variieren die Gehalte an Vitamin C und auch die von Polyphenolen beträchtlich. In manchen Sorten sind die Polyphenole besonders hoch. Wie beispielsweise in „Gehrers Rambourapfel“, dem „Rheinischen Bohnapfel“ oder dem „Dülmener Rosenapfel“. Alle drei  sind „alte“ Mostapfelsorten, die sich für die Saftgewinnung besonders eignen. Aber auch „Topaz “ oder „Jonagold“, zwei gängige Tafelapfelsorten, die man beinahe in jedem Laden kaufen kann, haben nach der Studie die wertvollen antioxidativen Inhaltsstoffe in passablen Konzentrationen in sich.

„Alte“ Sorten oft verträglicher

Auch die Verträglichkeit von Äpfeln und das Auftreten von Apfelallergien, wie sie in neuerer Zeit immer häufiger vorkommen, sind je nach Sorte unterschiedlich. So haben Thomas Bernert und Kollegen von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo mit ihren Untersuchungen gezeigt, dass die Verträglichkeit von Äpfeln mit dem Gehalt an Polyphenolen korreliert. Dazu passt die Beobachtung vieler Betroffener, dass allergische Reaktionen nach dem Konsum „alter“ Apfelsorten wesentlich seltener anzutreffen sind.

Gefragt, aber selten

Her mit den alten Sorten, wäre das Fazit! Doch das ist gar nicht so einfach, denn viele Bäume sind in den letzten Jahrzehnten gefällt worden. Aber es gibt sie doch noch gelegentlich. Auch in Privatgärten wachsen zuweilen Sorten, die so wohlklingende Namen haben, wie „Schöner aus Nordhausen“, „Prinz Albrecht von Preussen“ oder „Goldrenette von Blenheim“. Sie stammen häufig aus der Zeit, als die Selbstversorgung mit eigenem Obst üblich war und Obstbäume vieler Sorten zu jedem Hausgarten gehörten. Auch Streuobstwiesen bergen die eine oder andere Rarität in sich. In manchen Gegenden stehen noch Apfelbäume entlang von Straßen und Wegen, deren Früchte von jedermann gepflückt werden dürfen. Darunter sind oft noch seltene Sorten. Über „http://www.mundraub.org“ kann man diese ausfindig machen.

Schließlich sind „alte“ Apfelsorten, die die Zeiten überdauert haben, auch in so manchem Schlossgarten anzutreffen. Dort hielten früher Adel und Geistlichkeit Apfel- und andere Obstbäume unterschiedlichster Sorten für ihre eigene Nutzung bereit. Noch heute findet man der Umgebung von München  z. B. in den Schlossanlagen von Schleissheim oder Dachau  eine Vielfalt an verschiedenen Obstgehölzen. Auch der  zuletzt in Hohenbercha bei Freising tätige Pfarrer Korbinian Aigner (1885 bis 1966) war ein überaus kundiger Pomologe, der zu seiner Zeit den Überblick über die damals bekannten Apfel- und Birnensorten hatte (> weiterlesen).

Schon allein der Inhaltsstoffe wegen gilt es, die „alten“ Apfelsorten  zu erhalten. Und – wenn man die Möglichkeit hat – sie auch wieder vermehrt anzupflanzen.

Zum Weiterlesen  sind die Internetseiten des BUND Lemgo zu empfehlen: http://www.bund-lemgo.de

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