Ysop – ein altes Gewürzkraut

Ungewöhnlich, dass ein Pflanzenname mit einem Ypsilon beginnt. Beim Ysop (Hyssopus officinalis), der auch im Winter grünen Gewürzpflanze, die so aromatisch duftet und im Hochsommer zu blühen beginnt, ist es so.

Der Ysop gehört wie Rosmarin oder Salbei zu der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Wie diese stammt er ursprünglich aus Südeuropa und Kleinasien und ist ein niedriger Halbstrauch, der unten verholzt ist und im Winter grün bleibt.

Seit dem Mittelalter wird der Ysop bei uns in den Bauerngärten kultiviert. Er wächst aber auch wild, an sonnigen Hängen oder warmen Mauern, dort, wo der Boden kalkreich ist. Von Juli bis Oktober erscheinen an ährenartigen Blütenständen die bläulichen, manchmal bis ins Violette gehenden Blüten. Um die Blütezeit duften auch die kleinen spitzen Blättchen am intensivsten.

Die Blättchen finden am besten frisch in der Küche z.B. als Salatgewürz Verwendung. Ein Zweiglein des aromatischen Krauts legte man sich früher ins Gebetbuch. Schon seit dem Mittelalter gebrauchte man Ysop als Heilpflanze. Durch die enthaltenen ätherischen Öle sind die Ysopblätter besonders bei Erkrankungen der oberen Atemwege von Nutzen: Als Tee bei Husten und Bronchitis oder als Gurgelmittel bei Halsschmerzen.

Der Ysop ist aber auch schön anzuschauen. Weil er pflegeleicht ist, kommt er heute auch im modernen Kiesgarten zum Einsatz. Dort lockt er dann mit seinem Duft Schmetterlinge, Hummeln und Bienen an. Wer also für die Insekten etwas tun will, der pflanze einen Ysop an.