Nicht ärgern, sondern essen!

Gärtner sind in der Regel wenig erfreut, wenn sie Blättchen wie diese in ihrem Beet entdecken. Denn diese Blättchen gehören zu einer weit verbreiteten Pflanze, die sich mit unterirdischen Ausläufern vermehrt. Die Rede ist vom Giersch (Aegopodium podagraria), auch Geissfuß genannt, aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Einmal im Beet ist der Giersch kaum auszurotten, es sei denn, man siebt das gesamte Erdreich durch und vernichtet jeden so kleinen weisslichen Wurzelsproß der Pflanze. Zumeist ein Ding der Unmöglichkeit.

Neuerdings setzt sich aber immer mehr die Auffassung durch, dass der Giersch im Beet auch Nutzen bringen kann. Wenn man ihn isst. Tatsächlich, die jungen Blätter des Giersch haben einen angenehmen, etwas an Petersilie erinnernden Geschmack.

Und Giersch ist zudem gesund. Zum Beispiel liegt der Vitamin-C-Gehalt von Giersch, wie Wolfgang Franke und Mitarbeiter schon vor 35 Jahren herausgefunden haben, mit rund 200 mg/100g essbaren Anteil 20 mal so hoch wie bei Chicoree oder Endiviensalat und etwa 4 mal so hoch wie bei frischen Spinat. Da tun sich plötzlich vielfältige Möglichkeiten auf, Giersch in der Küche zu verwenden. Roh oder gekocht, zusammen mit anderen Kräutern im Salat, als Limonadenzusatz oder als Bestandteil von Smoothies, als Zutat in Kartoffelgerichten, als Pesto oder als Spinatersatz etc. Die Liste der Rezepte wird immer länger. Allerdings sollte man Giersch ernten, wenn er noch jung ist. Ansonsten sind seine Blätter und Stiele hart und nicht mehr so schmackhaft.