Untergiesinger Idyll

Morgens ist der Park eine Oase der Ruhe. Während sich nur wenige Hundertmeter weiter – wie es sich für einen strahlenden Sommerferientag gehört – Scharen von Menschen im nahegelegenen Schyrenbad vergnügen, sind die meisten Gartenstühle im Rosengarten, einer Anlage der Städtischen Baumschule Bischweiler, noch unbesetzt.
Eine Gärtnerin wässert die Kübelpflanzen, eine abgestellte Schubkarre verrät, das noch ein weiterer Gärtner oder Praktikant zugange sein muss. Einige Mütter haben es sich mit ihren Kleinkindern auf Picknickdecken unter Zierapfelbäumen gemütlich gemacht. Eine ältere Dame sitzt unter der Pergola mit Blick auf das staudenbestückte Trockenbeet. Zwei Familien mit Kindern planschen am parkeigenen Wasserspielplatz – der tatsächlich aber ein richtiger Bach ist. Das Freibadbächl ist ein Abzweig des Auer Mühlbaches und seit 2010 auch Bestandteil der Grünanlage.

Rosen in Hülle und Fülle

Über 8.000 Rosen sollen in diesem Rosen-Sichtungsgarten zu finden sein. Beetrosen, Flächenrosen, Strauchrosen etc. Ein Feuerwerk der Farben von Juni an. Die Rosen werden in dieser Anlage über Jahre beobachtet, ob sie das Münchner Klima mit seinen oft extremen Temperaturschwankungen vertragen. Wenn ja, sind sie geeignet,  in den Münchner Gärten und Parks in größeren Stückzahlen angepflanzt zu werden. Aber man trifft hier  in unmittelbarer Nähe zu den Isarleiten  nicht nur auf Rosen. Wie es sich für eine ordentliche Baumschule gehört findet man auch Flächen, die der Aufschulung von Gehölzen  dienen. In Reih und Glied stehen da die Schüler: Hortensien, Kirschlorbeeren, Kiefern, etc. Daneben findet man im Rosengarten aber auch Sonnenblumenfelder, Wiesen mit Zierobstgehölzen, schattenspendende Solitärbäume, Baumraritäten wie der Taschentuchbaum, einen Hainbuchendurchgang und lauschige Sitzecken, die von Sträuchern umrahmt sind. Besonders schön sitzt es sich am Gemäuer des Gebäudes, das den Garten abschließt, dort, wo alljährlich schön blühende Kübelpflanzen abgestellt werden.

Tastgarten, Giftgarten und neuerdings auch Nutzgarten

Außerdem gibt es für Blinde einen Tastgarten mit duftenden Kräutern. Schließlich ist auch ein separater Garten mit giftigen Pflanzen Bestandteil des Areals. Hierfür werden  von Zeit zu Zeit Führungen angeboten. Und neuerdings sind auf den Flächen jenseits des Freibadbachls Gartenbegeisterte zugange, die im Rahmen des Greencity- Projektes „Essbare Stadt“ Tomaten, Sellerie, Zucchini und andere Gemüse anbauen.
Nur eine Gaststätte oder ein Cafe gibt es nicht und das ist auch gut so. Sonst wäre es mit der Oase bald vorbei.
Der Garten in der Sachsenstr. 2 ist tagsüber geöffnet.