Über den Torf

Nach wie vor ist Torf  in sehr vielen Blumenerden, die im Handel käuflich zu erwerben sind, in großen Anteilen enthalten.

  • Wussten Sie, dass der Torf eigentlich aus Hochmooren stammt?

    Dort wurde der Torf seit der letzten Eiszeit im Laufe der letzten 10.000 Jahre gebildet. Torf wächst langsam, nur 1 mm pro Jahr. So dauert es rund 1.000 Jahre, bis ein Meter Torf aufgebaut ist.

Moor im Frühling
  • Wussten Sie, dass sich diese „Antiquität“ aus Torfmoosen und anderem Pflanzenmaterial gebildet hat?

    Charakteristisch für Torfmoose (Spagnum spec.) ist, dass sie sehr viel Wasser speichern können. Mit dem Torfabbau geht ein bedeutsamer Wasserspeicher verloren.

Torfmoos (Spagnum spec.)
  • Wussten Sie, dass im Torf sehr viel CO2 gespeichert ist?

    Ja, aber nur, wenn er von Wasser bedeckt ist. Dann speichert eine Moorlandschaft doppelt so viel CO2 wie ein gleichgroßer Wald.

    Sobald der Torf aus dem Moor entnommen ist und nicht mehr den wassergesättigten Bedingungen ausgesetzt ist, beginnt er sich zu zersetzen. Dabei wird das gespeicherte CO2 frei.

    Mit dem Torfabbau  geht ein überaus wichtiger CO2 -Speicherort verloren. Dabei ist es – global gesehen – egal, ob das Moor in Deutschland oder in Osteuropa liegt.

  • Wussten Sie, dass im Moor viele seltene Tiere und Pflanzen leben?

    Sonnentau, Knabenkräuter, Enziane, Wollgräser, Arnika etc., zahlreiche Arten an Blütenpflanzen, Moosen und Farnen sind in den Mooren zuhause. Ebenso Schmetterlinge, Heuschrecken und andere Insekten, Vögel,  Frösche und Lurche,  etc.

    Mit dem Torfabbau geht auch der Lebensraum für diese Pflanzen und Tiere verloren.

Sonnentau (Drosera spec.)
  • Wussten Sie, dass der Torf im Blumenerdesack meist weit gereist ist?

    Bis der Torf in Ihrem Gartencenter im Blumenerdesack liegt,  hat er oft  Tausende von Kilometern auf der Straße zurückgelegt. Denn vielfach stammt der Torf aus Ländern, in denen Torfabbau noch erlaubt ist. Und diese Länder  liegen oft weit entfernt.

Deshalb: Torf ist viel zu wertvoll, um in Blumenerde verwendet zu werden.

Verzichten Sie ganz auf Blumenerde mit Torf! Anstelle dessen kaufen Sie Blumenerde ohne Torf und überhaupt nur solche, die aus der Region stammt.

In den Wertstoffhöfen in München z.B. ist torffreie Blumenerde erhältlich. Diese hat zusätzlich den Vorteil, dass sie als Recyclingprodukt unter Verwendung von gesammeltem Material aus der Biotonne hergestellt wurde.

Außerdem: Gehen Sie sparsam mit Erden um.

Werfen Sie im Herbst die Erde aus Kübeln und Blumenkästen nicht weg, sondern verwenden Sie sie wieder, indem Sie sie im Frühjahr z.B. mit Kompost aufbessern.