September, wieder Kirschenzeit?

Im Herbst sind die Kirschen bei Vögeln sehr begehrt. Nanu, Kirschen im September, wie kann das sein?

Tatsächlich sind die intensiv roten Früchte, die in ihrer Form an Oliven erinnern, gar keine echten Kirschen, sondern Kornelkirschen, je nach Region auch Dirlitzen, Herlitzen oder Dirndl genannt. Die Früchte wachsen nicht an Bäumen, sondern an Sträuchern mit dem botanischen Namen „Cornus mas“, was sich mit „männlicher Hornstrauch oder Hartriegel“ übersetzen läßt. Man trifft sie häufig in Parks an. Schon im zeitigen Frühjahr sind sie über und über mit zart-gelben Blüten übersäht und bieten reichlich Nahrung für Bienen und andere Insekten.

Zu Barockzeiten waren Kornelkirschen beliebte Gehölze für akkurat geschnittene Formhecken, und sie finden sich deshalb in so mancher historischen Schlossgartenanlage wie auch im Münchner Hofgarten. Aber noch häufiger sind die Sträucher in ungeschnittenen Heckenpflanzungen anzutreffen. Sie sind zuweilen aber auch einzeln gepflanzt und können am richtigen Standort riesige Ausmaße erreichen. So hat die „Sigriddirndl“ in der österreichischen Gemeinde Michelbach im Mostviertel einen Stammesumfang von über 2 Metern. Wie alt sie schon sein mag?

Die Kornelkirschen enthalten u.a. viel Vitamin C und eignen sich hervorragend für die Herstellung von Gelees, Konfitüren und Fruchtsaucen, aber auch von Likören und Branntweinen. Nur zum Rohessen vom Strauch sind die Früchte nicht geeignet, da sind sie zu viel sauer.


Rezept für Kornelkirschen-Konfitüre:

Früchte waschen und Stiele entfernen, auf 1 kg Kornelkirschen 500 ml Wasser hinzugeben und kochen. Um die Steine zu entfernen, gekochte Früchte durch ein Sieb (alternativ Kartoffelpresse) streichen. Die übriggebliebenen Steine mit Fruchtresten durch ein Geschirrtuch pressen und ebenfalls den Saft auffangen.
Von dem Frucht-Saftgemisch auf je 900 ml 500 g Gelierzucker hinzugeben, zum Kochen bringen, 3 min kochen und sofort in Gläser füllen und diese verschließen.