München, gar nicht so grün, wie man denkt?

München liegt – besonders in Richtung Süden –  in einer landschaftlich sehr reizvollen Umgebung: es gibt zahlreiche Seen für Wassersport- und Badefreuden, da und dort Wälder zum Durchradeln und zum Schwammerlsuchen, gelegentlich Moore und Feuchtwiesen, auf die man blicken kann, und Grünland, das mal mehr, mal weniger von Rindvieh beweidet wird. Die Strände an der Isar oder an anderen Flüssen  laden vielerorts zum Verweilen  und zum Grillen ein. Und von der Stadt aus ist es mit dem Auto – bei gutem Verkehr – nur knapp eine Stunde in die Berge,  bei Föhnlage kommt einem die Distanz deutlich kleiner vor.

Bei  dieser mehr als passablen Landschaft in Ausflugsentfernung vergisst man leicht, dass die Stadt München selbst nur wenig Grün zu bieten hat.  Ablesen läßt sich das beispielsweise an der Freiraumdichte. Dazu zählen klassische Grünanlagen wie Gärten und Parks, aber auch Straßen und Plätze, Sportanlagen, etc.  2013 lag die Freiraumdichte in München bei nur 77m² pro Einwohner. Demgegenüber hatte jeder Berliner mit 105 m² fast 30 m² mehr, jeder Frankfurter mit 173 m² fast 100 m² und jeder Hamburger  mit 206 m² pro Einwohner beinahe 130 m² mehr als der Münchner an Freiraum zur Verfügung.*

Umso mehr Bedeutung haben die innerstädtischen Grünflächen Münchens, ob Englischer Garten oder andere große öffentliche Parkanlage, ob Bolzplatz, Schrebergarten oder das private Reihenhaus-Gärtchen nebenan, das nur wenige Quadratmeter groß ist.

* Angaben zu den Städten jeweils aus 2011, entnommen aus dem „Konzeptgutachten Freiraum München 2030“, Entwurf, Stand Dezember 2015

Alte Sommerlinde in der Hirschau
Krautgarten in Berg am Laim